Vorstadtverein Nord begrüßt Start des Straßenbahnbetriebs nach Buch - „Am Wegfeld“ darf nur Zwischenstation sein - neues Bussystem bietet große Chancen

9 Jan 2017

Der Vorstadtverein Nürnberg-Nord (VNN) begrüßt den Start des Straßenbahnbetriebs nach Buch. "Eines der wichtigsten ÖPNV-Projekte der Metropolregion ist nach vielen Planungsschleifen und Verzögerungen einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Gleichzeitig dürfen wir den derzeitigen Endpunkt in Buch - Am Wegfeld gedanklich wie planerisch nicht als Endhaltestelle begreifen. Die Haltestelle am Wegfeld kann nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu einer echten Stadtbahn nach Erlangen und Herzogenaurach sein", so VNN-Vorsitzender Tobias Schmidt. So war es von Anfang an politische Geschäftsgrundlage. Der Zweckverband für die Stadt-Umlandbahn muss nun mit Hochdruck seine Arbeit aufnehmen und sich im Kampf um Fördermittel mit einer schnellen und wasserdichten Planung Richtung Erlangen und den Kreis positionieren", so Schmidt. In dem neuen, ab sofort geltenden VAG-Busnetz für den Nürnberger Norden sieht der Vorstadtverein einen großen verkehrlichen Gewinn. Gleichzeitig freuen sich die VNN-Vorstände Tobias Schmidt und Jochen Loy über den doch noch ermöglichten Erhalt der Busanbindung Schnepfenreuths und sehen damit eine seit langem erhobene Forderung des Vorstadtvereins als erfüllt an. "Heute muss sich der öffentliche Personennahverkehr benutzerfreundlich und deshalb mit einer intelligenten Vernetzung den Kunden anbieten. Fahrgäste nur irgendwie von A nach B zu bringen ist zu wenig. Wenn man sich das neue Busnetz betrachtet, kann in diesem Fall das Kürzel VAG tatsächlich mit 'Vernetzung als Gewinn' übersetzen", so Loy und Schmidt. Bereits zum Fahrplanwechsel 2014/2015 wurde die Linie 33 vom Flughafen über Höfles umsteigefrei nach Fürth verlängert, so wird die Linie 30 aus Erlangen kommend ab „Am Wegfeld“ über Flughafen, Ziegelstein und Nordostpark bis zum Nordostbahnhof verlängert und bringt so den umsteigefreien Lückenschluss zwischen Herrnhütte und Nordostbahnhof und gleichzeitig den Anschluss an die Ringbuslinien 35, 65 und 45. Ab Dezember 2016 werden damit die Linien 20, 30 und 290 von der Hugenottenstadt über den neuen Knoten „Am Wegfeld“ verkehren, der eine schnelle und in einem Beteiligungsverfahren gemeinsam mit den Betroffenen erarbeitete Verbindung zum Flughafen erhält.   Zeitgleich wird die Linie 31 bis Herrnhütte verlängert und verbindet zukünftig umsteigefrei Großgründlach (Bürgeramt Nürnberg-Nord), Boxdorf und Neunhof kommend über Buch, Schnepfenreuth, die Marienbergstraße (neue Haltestelle Lohestraße), Ziegelstein und Nordostpark bis Herrnhütte. In Boxdorf wird es nach dem Brückenneubau Kothbrunngraben mit der Führung des Busses über Kronacher Straße zwei neue Haltestellen geben. Alle Stadtteile entlang der Linie 31 als "Knoblauchslandlinie" werden damit an die Straßenbahn als auch an die U2 angebunden. "So vernetzt die VAG komfortabel das Knoblauchsland mit dem Nordosten Nürnbergs, einschließlich des Erhalts der lange geforderten ordentlichen Busanbindung für Schnepfenreuth", freuen sich Schmidt und Jochen Loy, Sprecher der VNN-Ortsgruppe Almoshof.    „Dass die Verantwortlichen im Geschäftsbereich Planung der VAG viele unserer Hinweise und Anregungen der letzten Jahre im neuen Linienkonzept umsetzen konnten und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der Lösung insgesamt verbessert werden konnte“ freut Jochen Loy besonders. „Aus den naturgemäß nicht immer konfliktfreien Gesprächen im Rahmen des seinerzeitigen Beteiligungsverfahrens für eine Busverbindung zwischen Am Wegfeld und dem Flughafen hat sich zwischenzeitlich eine partnerschaftliche und konstruktive Zusammenarbeit auf Augenhöhe entwickelt“, ergänzt Tobias Schmidt, 1. Vorsitzender des VNN.   So übersetzt sich in diesem Fall „VAG“ mit „Vernetzung als Gewinn“ für alle Beteiligten, insbesondere die Fahrgäste. Eine Reduzierung der motorisierten Pendler-, Durchgangs- und Schleichverkehre durch die Schaffung komfortabler, weil umsteigefreier ÖPNV-Verbindungen, mit taktoptimierter Vernetzung aller Verkehrsträger muss das Ziel eines integrierten Verkehrskonzeptes nicht nur im Nürnberger Norden sein. Nur so können die Ortschaften im Knoblauchsland ihren dörflichen Charakter bewahren und die Wohnqualität im Nürnberger Norden bei stark steigenden Einwohnerzahlen erhalten bleiben. Zur spürbaren Reduzierung der Pendlerverkehre auf der B4/Erlanger Straße ist aus Sicht des VNN in absehbarer Zeit eine schnelle und attraktive Schienenverbindung nach Erlangen und Herzogenaurach in Form der Stadt-Umland-Bahn unabdingbar. Erfreulicherweise hat sich im Vorgriff darauf der Kreistag von Erlangen-Höchstadt zur Einrichtung einer Expressbusverbindung von Herzogenaurach über die Paul-Gossen-Straße in Erlangen zur neuen Straßenbahnendhaltestelle „Am Wegfeld“ entschieden. Diese neue Linie 250X soll ab Ende 2018 von Montag bis Freitag früh und ab dem späten Nachmittag mit insgesamt sechs Fahrten je Richtung verkehren und so das Nahverkehrsangebot zwischen Nürnberg und den großen Arbeitgebern in Herzogenaurach bzw. Erlangen zwischenzeitlich verbessern. „Der Vorstadtverein Nürnberg-Nord (VNN) sieht mittelfristig nach wie vor mittels einer Revitalisierung der Ringbahn von Gräfenberg über den Nordostbahnhof, Thon und Wetzendorf bis in den Landkreis Fürth hinein die Chance, Pendlerströme auf den Öffentlichen Nahverkehr zu lenken und gleichzeitig die wachsenden Wohngebiete des Nürnberger Nordens interessant anzubinden", so Tobias Schmidt. Trotz der sicherlich auch finanziell relevanten Herausforderung eines zeitgemäßen Lärmschutzes entlang der möglichen Linie sollte die Option nicht aus rein aktuellen betriebswirtschaftlichen Erwägungen vorschnell zu den Akten gelegt werden. Das neue Busnetz im Nürnberger Norden und ebenso die geplante Stadt-Umland-Bahn würden so jedenfalls weiter an Attraktivität gewinnen. Nicht zuletzt deshalb sieht sich VNN-Vorsitzender Schmidt in der langjährigen Forderung des Vorstadtvereins nach einem Gesamtkonzept für den Öffentlichen Nahverkehr im Nürnberger Norden auf Grundlage transparenter Daten und einer möglichst frühzeitigen Bürgerbeteiligung bestätigt.

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