Fatma Aydemir, Ellbogen

13 Mar 2017

 

Hanser Verlag Euro 20,- Hazal Akgündüz lebt mit ihrer Familie in Berlin. Ihre Eltern sind vor vielen Jahren nach Deutschland gekommen, richtig heimisch geworden sind sie dort nicht. Obwohl die 17-jährige Hazal in Deutschland geboren ist, fühlt auch sie sich fremd, nicht zugehörig und den deutschen Mädchen ihres Alters gesellschaftlich unterlegen. Ihre beste Freundin Elma stammt aus Bosnien, und dann sind da noch Gül und Ebru, die eine ein bisschen verrückt und ausgeflippt, die andere trägt nach einer Meinungsverschiedenheit mit ihrem Arbeitgeber und der darauf folgenden Entlassung neuerdings ein Kopftuch und zieht sich ein wenig aus ihrer Clique zurück. Hazals Bestrebungen, einen Ausbildungsplatz zu finden, scheitern eine nach der anderen. Zuhause wird sie bevormundet. Das Verhältnis zu ihrem Vater, dem jähzornigen Patriarchen der Familie, ist problematisch. Ihre Perspektiven sieht Hazal auf dem Nullpunkt ohne Aussicht auf Veränderung. Wenn die Freundinnen sich treffen und durch Berlin tingeln, konsumieren sie reichlich Alkohol. In der Nacht ihres achtzehnten Geburtstags überschreitet Hazal eine Grenze und steht auf der Fahndungsliste der Polizei. Hazal, die sich nichts weiter wünscht als ein normales Leben, die sich verlieben möchte, die fröhlich und unbeschwert sein möchte, flieht in ihrer Verzweiflung nach Istanbul. Wie aber soll sie die Geschehnisse der Geburtstagsnacht verarbeiten? Und wo ist ihr Platz in dieser Welt, in der sie anscheinend nirgendwo dazu gehört? Ein warmherzig, einfühlsam und zügellos erzählter Roman über eine junge Frau, die stellvertretend steht für viele Menschen, die wie Hazal "zwischen" zwei Ländern leben.

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