25. Tag der offenen Tür im Knoblauchsland

29 May 2017

Aktuelles und Vergangenes bestimmten die Feierstunde zum Jubiläum dieser jährlich wiederkehrenden Aktion. Aktuell waren die Grußworte in der Halle von „Franken-Gemüse Knoblauchsland“, der Vermittler zwischen Erzeuger und Einzelhandelsketten und selbstverständlich die ausgestellten Angebote. Die kurzen aber prägnanten Grußworte ließen noch genügend Zeit, um diejenigen auf die Bühne zu bitten, die maßgeblich an der Entstehung des „Tags der offenen Tür“ vor einem Vierteljahrhundert beteiligt waren. 

Ebenso umgibt auch den Landfrauenchor schon seine Geschichte, doch er hat sich ganz zeitgemäß nun zu aktuellen Projekten unter der Leitung von Josef Laußer zusammengefunden. Traditionell aber immer noch aktuell ist die Blasmusik, die auch am 7. Mai für den richtigen Einzug der Prominenz in die Festhalle sorgte. S-o bekam der Jubiläumstag der offenen Tür, der sich diesmal über die Nürnberger Stadtteile Höfles, Schnepfenreuth und Wetzendorf erstreckte, den ihm angemessenen Auftakt. 

 

Die prominenten Gäste aus der Politik und die Vertreter der Landwirtschaft begrüßte der Vorsitzende des Gemüseerzeugerverbandes, Johannes Höfler. 

Der Kreisobmann des BBV, Peter Höfler, ging auf das viel diskutierte „Agrarstrukturelle Gutachten für das Knoblauchsland“ ein, das am 18. Mai in der Sporthalle des TSV-Buch der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Peter Höfler lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt Nürnberg und seiner -Umweltschutzbehörde. Dennoch gibt es immer noch etwas für die Landwirte zu verbessern. So beklagte der BBV-Kreisobmann die zunehmende Konzentration großer Lebensmittel-Ketten und die für Landwirte kaum noch zu bewältigende Bürokratie, die heute einer Bewirtschaftung auferlegt wurde. 

Der Bayerische Landwirtschaftsminister, Helmut Brunner, -bescheinigte dem Knoblauchsland, das es im Gegensatz zum 1.FCN immer noch in der ersten Liga mitspielt. Nun sind die Verbraucher aufgerufen „Politik mit dem Einkaufskorb“ zu betreiben. Der Gemüseanbau im Norden von Nürnberg kann auf eine 700-jährige Geschichte zurückblicken, aktuell werden etwa 1.200 ha bewirtschaftet, davon 85 ha im Gewächshaus. Der Unter-Glas-Anbau ermöglicht das Vorziehen der Ernte im Jahr und kann dadurch mit den Importen aus wärmeren Ländern konkurrieren. 

Die„Marke Knoblauchsland“ ist überregional bekannt, zu ihr gehören sowohl die Qualität der landwirtschaftlichen Produkte, als auch das Eingehen auf die Wünsche der Verbraucher und die Berücksichtigung des Umweltschutzes z. B. durch den Einsatz von Nützlingen. Eine möglichst niedrige Stickstoffdüngung und ein sparsamer Wasserkreislauf zeichnen die Landwirtschaft im Knoblauchsland aus. Denn sauberes Trinkwasser ist ein hohes Gut, was nicht nur die Landwirte erkannt haben. Allein 14 Verbände und Organisationen haben sich ressortübergreifend zum „Wasserpackt“ zusammengeschlossen, berichtete Helmut Brunner. 40 Modellprojekte brachte der Wasserpackt  hervor, die nun darauf warten, in die tägliche Praxis übertragen zu werden. Auch die „Ökobilanz“ kann sich sehen lassen, denn bundesweit gesehen arbeitet jeder dritte Ökobauer in Bayern. 

Zum Abschluss seiner Grußworte dankte der Bayerische Landwirtschaftsminister noch den 130 Betrieben und ihren 700 Mitarbeitern, die im Knoblauchsland arbeiten und damit die „Marke Knoblauchsland“ in den Vordergrund stellen. Ihnen gebührt Anerkennung und Hochachtung. 

 

Auch Nürnbergs Oberbürgermeister, Dr. Ulrich Maly, kam am „Agrarstrukturellen Gutachten für das Knoblauchsland“ nicht vorbei: Im Rahmen des ganz selbstverständlichen Wachstumsprozesses strecken Wohnbauten, Gewerbe, Schulen und die Verkehrserschließung die Hand nach dem Knoblauchsland aus. Die bisherige Diskussion erbrachte, dass auf einen Unter-Glas-Anbau nicht verzichtet werden kann. Die junge und moderne Landwirtschaft wird in diese Zukunft geführt werden müssen. Trotzdem soll ein Teil der Tradition, die aus freien „Sichtachsen“ besteht, erhalten bleiben, so Dr. Ulrich Maly. 

 

Der Bayerische BBV-Präsident, Walter Brunner, begrüßt die öffentliche Aufmerksamkeit, die mit dem Tag der offenen Tür verbunden ist. Aufmerksamkeit und Wertschätzung verdienen aber auch die Landwirte selbst. Zu diesem Thema konnte Walter Brunner nur Positives berichten, denn die Regionalität, also die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte in unmittelbarer Nähe, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Jetzt muss nur noch der Handel „mit ins Boot genommen“ werden, damit der heimischen Landwirtschaft der Preisdruck erspart bleibt. Und Walter Brunner bekannte: „Ackerflächen sind selbstverständlich die Grundlage für die Erzeugung“.

 

Bundeslandwirtschaftsminister, Christian Schmidt, forderte mehr Applaus für die Erstklassigkeit des Knoblauchslandes und stellte fest: „Vor 25 Jahren hat es noch keine Diskussion über Siedlungs- oder Gemüsebrei gegeben.“ Die Weiterentwicklung des Unter-Glas-Anbaus lässt sich zwar nicht aufhalten, doch muss schon mit Rücksicht auf den Bio-Anbau ein Kompromiss zum Anbau auf freier Fläche gefunden werden. Und letztlich soll auch unserem Nachwuchs der Duft frischen Gemüses nicht vorenthalten werden. Damit wies Christian Schmidt auf die vielen Schulprojekte hin, mit denen besonders den Kindern in den Städten die Landwirtschaft wieder vertraut gemacht werden soll. 

Damit eröffnete Christian Schmidt den Jubiläumstag der offenen Tür, der mit einem Rundgang durch das Gelände der Fa. Franken-Gemüse -Knoblauchsland begann. 

Ermutigt durch die sich am Abend zeigende Sonne, hielt so mancher der 20 teilnehmenden Einrichtungen seine Tür auch noch nach dem offiziellen Ende, des Tages, also nach 16 Uhr, offen.

KLV

 

 

 

 

 

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