Ziegelstein macht sich auf Ökumenefahrt nach ­Eisleben und Wittenberg

6 Jul 2017

Anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ besuchten katholische und evangelische Christen aus Ziegelstein gemeinsam Originalschauplätze, wo alles begann: Eisleben als Luthers Geburtsstadt und Wittenberg, die Stadt in der Luther lebte und wirkte und am 31. Oktober 1517 seine Thesen „anschlug“. Hier wurde Religions- und Zeitgeschichte lebendig. Humorvoll wurde das Motto „Fromm bis zum Anschlag“  genannt, denn es gab Zeit für Andachten und Gesang, geschichtlich-theologische Erklärungen und viel Kultur. Den Reisenden boten sich viele Einblicke, Denkanstöße und nette Begegnungen, da die beiden Pfarrer, Dr. Matthias Dreher und Matthias Untraut, ein höchst interessantes Programm boten. Was hätte den Reisenden Besseres geschehen können als „Matthias im Doppelpack“?

Ausgangspunkt der Fahrt war das Frauenkloster St. Marien zu Helfta- ein zartes katholisches Pflänzchen mit wechselvoller Geschichte. In der Reformationszeit wurde auch dieses Frauenkloster geschlossen, während der DDR war es ein volkseigener Betrieb, seit 1999 ist es wieder ein eigenständiges Kloster. Bildungsarbeit ist auch heute wieder der Schwerpunkt. Wenn Wissenschaften nicht gelehrt und gelernt werden, kann man auch die Bibel nicht lesen und verstehen, geschweige denn nach ihr leben. 

Nicht minder beeindruckend war die mit besonders architektonischem Mut gestaltete Taufkirche Luthers, mit dem in den Boden eingelassenen Taufbecken. 

 

In Wittenberg erwartete uns die Nationale Sonderausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“, das Asisi-Panorama, die Stadt- und Schloss

kirche. Hier entdeckten wir auch bedeutende Nürnberger Künstler: Die Fenster, die nach Motiven Albrecht Dürers gestaltet sind und die beiden Bronzepitaphe Luthers und Melanchthons von Peter Vischer. Ein Highlight war die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion u.a. mit Kardinal Kaspers und Margot Käßmann, der Botschafterin des Reformationsjubiläums auf der Suche nach dem Verbindenden der beiden Konfessionen, nach Offenheit, Freiheit und Ökumene.

Im Kleinen, in der Familie, in der Nachbarschaft beginnt Ökumene. Sich gegenseitig respektieren, das Verbindende herausstellen sind dabei Bausteine für ein friedliches Zusammenzuleben. Hier ist schon viel Positives geschehen, hier gibt es auch weiterhin viel zu tun.

Barbara Regitz

 

 

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