Der Landfrauentag im Kreisverband Nürnberg-Stadt stand in diesem Jahr unter dem Motto: „Das ist Heimat“

22 Feb 2018

Im Vereinsheim des TSV Nürnberg-Buch, e.V., begrüßte die Kreisbäuerin, Doris Greul-Leuzmann zahlreiche ­Vertreter nicht nur aus den Reihen des Bayerischen Bauernverbandes, ­sondern auch die Vertreter der Politik, den Chef der Knoblauchsländer Raiffeisenbank, die Referentin, Elisabeth Herzogin von Bayern, den Landfrauenchor und selbstverständlich alle Gäste des Landfrauentages, die die Mehrzweckhalle nahezu vollständig füllten. Ein ­besonderer Dank ging an alle Sponsoren insbes. an die Raiba, mit deren Hilfe die Köstlichkeiten der großen Kuchentheke an die Gäste des Landfrauentages kostenlos ­ausgegeben werden konnten. Die ­Saalspende war für die bayerische ­Multiple ­Sklerose–Gesellschaft bestimmt, deren Schirmherrin die ­Referentin des diesjährigen ­Landfrauentages war. Doch zunächst hielt Pfarrerin Anja Fuchs aus ­Reichelsdorf eine kurze Andacht, die ebenfalls den Begriff „Heimat“ ­betrachtete: Die Pfarrerin gab zu bedenken, ob „Heimat“ überhaupt ein Ort ist, denn in der Bibel gibt es den Begriff

nicht in dieser Form, weil die ­Israeliten ­Nomaden waren, die nur Jerusalem als Ort göttlicher Sehnsucht kannten. Erst in der Geschichte vom ­verlorenen Sohn kann die Geborgenheit, die die ­Familie ihrem Rückkehrer entgegenbringt, als Heimat interpretiert ­werden. Denn wir fühlen uns geborgen, wenn wir uns nicht verstellen müssen, sondern so ­angenommen ­werden, wie wir sind. So wie uns Gott mit seiner Liebe eben auch diese Geborgenheit verspricht. Eine Talk-Runde von ausgewählten ­Vertretern der Politik, der Landwirtschaft und der Knoblauchländer Raiffeisenbank vertiefte das Motto des diesjährigen Landfrauentages: Der ­Begriff Heimat ist sowohl mit dem Boden der „Heimaterde“, als auch mit den Menschen verbunden, die sich in die Gesellschaft einbringen und für den Nächsten da sind. Vor dem Referat wurde noch die neue Spargelprinzessin Evamaria Sippel in ihr Amt eingeführt. Die 20-jährige ­Floristin aus Höfles erhielt neben ­ihrer Krone auch ein „goldenes Buch“, das aus den Händen der ­bisherigen ­Spargelprinzessin, Veronika Höfler, die ­ihrer ­
Nachfolgerin ­Evamaria Sippel viel Glück und viele neue ­Kontakte ­wünschte, wofür auch das Buch ­bestimmt ist. Es ­bietet ­genügend ­Seiten, um alle die Namen aufzunehmen, die der nun a­mtierenden Spargelprinzessin in ihrem Amt begegnen werden. Elisabeth Herzogin von Bayern berichtete zunächst von ihrer gärtnerischen Leidenschaft auf ihrem abgelegenen Einödhof, die in ihr das Heimatgefühl als Wittelsbacherin und Nachfolgerin von Kronprinz Rupprecht bestärkte. So bestückte sie ihre 14ha Wiese nach dem Pflanzplan von Kaiser Karl dem Großen. Zu ihrer ­Heimat Bayern ­gehöre aber auch, dass seine ­Menschen ­Fremde ­gerne ­willkommen heißen, ­solange bei ihnen ein ­gewisser Respekt vor unserem Brauchtum erkennbar ist. Mit „Heimat“ ist aber auch die Gemeinschaft verbunden, in der man sich ­gegenseitig hilft. Deshalb hatte Elisabeth Herzogin von Bayern auch die ­Schirmherrschaft der Bayerischen MSG übernommen und ­beschrieb in ihrem Referat das
Krankheitsbild der Multiples Sklerose, der noch wenig erforschten „Krankheit der tausend Gesichter“. Bekannt sind Entzündungszentren im Gehirn, die zur Vernarbung führen. Als eine ­Ursache, der schon im Kindesalter auftretenden Entzündungen, wird u. a. ein Vitamin D–Mangel ­angesehen. In Bayern sind etwa 20 ­tausend Patienten ­betroffen. Die Medikamente haben erhebliche Nebenwirkungen und können bisher die zerstörten Nerven im Gehirn nicht reparieren, sodass nach 20 bis 30 Jahren nach den ersten diagnostizierten Anzeichen der Multiples Sklerose, ihr Ausbruch nicht verhindert werden kann. Doch ein offener und ehrlicher Umgang mit den Patienten sei sehr viel besser, als vor den Betroffenen „den Rückwärtsgang einzulegen“. Der Landfrauenchor hatte den Nachmittag im Bucher Sportheim musikalisch umrahmt. Chorleiter Roland Reck ging auch kurz auf den Begriff „Heimat“ ein, indem er sowohl das bisher  ­Gesagte bestätigte, als er es auch ergänzte durch die heimische Küche und selbstverständlich durch
die­ Heimat­klänge, denn gerade seine Musik habe Bayern weltweit bekannt gemacht. Deshalb sei die Pflege musikalischen ­Brauchtums auch ein Bestandteil des ­Heimatgefühls. Zur Kräftigung seines ­Arguments sangen die Damen vom ­Landfrauenchor während ihres letzten Auftritts von „romantischen ­Städtchen und fröhlichen Mädchen im Abendsonnenschein beim goldenen ­Frankenwein...“. Auch die traditionellen Bayerischen Tänze ­kamen nicht zu kurz. Ihren Fortbestand verdeutlichten die ­jungen ­Tänzer/innen, die vor den vielen Handies ihrer Eltern, ihren ­eigenen ­Beitrag zum Gelingen des jüngsten Landfrauentages leisteten. Zum Finale ­wurden die Gäste aufgerufen, ­zusammen mit dem ­Landfrauenchor das Lied „kein schöner Land“ anzustimmen.

KLV

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